Sehr geehrte Damen und Herren,
Die 3/6-Handelssystematik – Eine Einführung
Die 3/6-Methode ist ein technisches Analyseverfahren, das Kursbewegungen anhand einer strukturierten Zählung von Schlusskursen und geometrischer Linienführung analysiert. Ziel ist es, Trendrichtungen zu bestätigen, Kursziele zu projizieren und präzise Ein- sowie Ausstiegspunkte zu definieren.
Grundprinzip der 3/6-Zählung
Ausgangspunkt ist ein markanter Tiefpunkt im Chart, der als Position „-1-“ definiert wird. Von dort aus werden sechs aufeinanderfolgende höhere Schlusskurse gezählt. Sobald der sechste erreicht ist, beginnt die Zählung neu – wieder bei „-1-„. Dieser Prozess wird wiederholt, bis der aktuelle Kurs erreicht ist.
Entscheidend dabei: Die Zählung folgt ausschließlich höheren Schlusskursen, nicht bloß höheren Tageshochs.
Die 3/6-Liniengeometrie
Parallel zur Zählung wird eine spezifische Linienstruktur in den Chart eingebracht. Vom Kursbalken „-1-“ bis zum Kursbalken „-6-“ wird eine horizontale Linie gezogen. Vom Balken „-3-“ ausgehend wird eine vertikale Linie auf die Höhe des dortigen Tiefpunkts gesetzt. Diese Konstruktion wird über den sechsten Balken hinaus bis zum nächsten „-6-“ Kursbalken horizontal verlängert. Das Muster wiederholt sich zyklisch und erzeugt so ein geometrisches Raster über den gesamten Kursverlauf.
Kurszielprojektion
Ergänzend zur 3/6-Geometrie kann man mit einer Spannenprojekion arbeiten: Die Distanz zwischen dem letzten markanten Hoch und dem letzten markanten Tief wird gemessen und in Aufwärtsrichtung übertragen. Das halbe Kursziel (1/2-Projektion) dient als erste Orientierungsmarke, das volle Ziel (1/1-Projektion) als finales Kursziel. Überschneidungen der Kursgeometrie mit dem aktuellen Preisniveau liefern zudem Hinweise auf potenzielle Korrekturniveaus.
Anwendungsvoraussetzung
Das 3/6-System wird nur dann angewendet, wenn der ADX-Oszillator oberhalb von 20 notiert – also ein ausreichend starker Trend vorliegt. In trendlosen oder seitwärts laufenden Märkten entfällt die Anwendung.
Fazit
Die Methode verbindet mechanische Regelklarheit mit geometrischer Chartanalyse. Sie gibt dem Trader einen strukturierten Rahmen: klare Einstiegsbedingungen (Überbieten des letzten Hochs), einen definierten Stoppkurs (unter dem Tiefpunkt des 5. Kursbalkens) und ein projiziertes Kursziel – alles eingebettet in ein Money-Management-System auf Basis des Kelly-Kriteriums.
Das nachfolgende Update haben die Leser des X-Sequentials-Trading-Börsenbriefs am vergangenen Wochenende erhalten. Die 3/6-Handelssystematik wird durch die Echtzeit-Umsetzung auf Tagesbasis eingeübt – so erlernt der Leser Schritt für Schritt ein vollständiges, regelbasiertes Handelssystem (Tradingsystem). Ziel ist, dass der Leser die 3/6-Handelssystematik am Ende selbständig anwenden kann.
……. Wir suchen nun einen neuen Trade.
Mir schwebt hier der SP500-Index vor. Dieser befindet sich innerhalb eines Aufwärtstrends. Wie erwähnt, besteht Korrekturgefahr. Diese Annahme muss jedoch zunächst vom Markt bestätigt werden. Bis dahin liegt ein Aufwärtstrend vor und es bieten sich Long-Positionierungen an.
Kursgrafik SP500-Index:

Zu sehen ist der S&P-500-Index auf Tagesbasis mit dem ADX-Oszillator, der oberhalb von 20 liegt. Wir können daher das 3/6-Handelssystem anwenden.
Zunächst evaluieren wir, wo der Markt steht. Hierzu nehmen wir die Spanne des letzten markanten Hochpunkts zum letzten markanten Tiefpunkt und tragen diese Spanne in Aufwärtsrichtung ab.
Zunächst die Spanne:

Die nächste Kursgrafik zeigt die Projektion dieser Spanne.
Hierdurch werden die Kursziele in Aufwärtsrichtung ermittelt.

Die 1/2-Projektion fiel auf 7.356 Punkte. Das letzte Hoch lag am 14. Mai 2026 bei 7.517,12 Punkten. Das 1/2-Kursziel wurde somit überboten.
Das darauffolgende Korrekturtief lag am 19. Mai 2025 bei 7.333,68 Punkten. Der SP500-Index fand somit am 1/2-Kursziel Unterstützung.
Anzunehmen ist daher, dass das gesamte Kursziel (1/1) bei 7.698 Punkten erreicht wird. Der S&P-500-Index schloss am Freitag, dem 22. Mai 2026, bei 7.473,48 Punkten.
Im nächsten Schritt beginnen wir die 3/6-Zählung am markanten Tiefpunkt. Der Tiefpunkt wird als –1 – gezählt. Es werden sechs höhere Schlusskurse gezählt.
Am sechsten höheren Schlusskurs beginnen wir die Zählung erneut bei –1 – und zählen erneut sechs höhere Schlusskurse. Dieses wird so lange fortgesetzt, bis der aktuelle Kurs erreicht ist.
Wie folgt:

Anschließend bringen wir eine vertikale Linie zur Höhe des Tiefpunkts vom -3.- Kursbalkens und verlängern sie von dort aus bis zum nächsten -6.- Kursbalken. Wie nachfolgend zu sehen:

Diese einzelnen Schritte werden wiederholt, bis der aktuelle Kurs erreicht ist (alternativ, bis sich eine Relation zum aktuellen Kurs ergibt):

Nachfolgend der fertige Chart:

Der Kursgrafik ist zu entnehmen, dass am 7. April 2026 bei 6.554 Punkten eine Überschneidung des Kurses mit der 3/6 Analysegeometrie vorliegt. Über kurz oder lang ist eine Korrektur bis zu dieser Kursmarke zu erwarten.
Unser Kursziel liegt bei 7.698 Punkten. Eine Zwischenzielzone liegt bei 7.559-7.615 Punkten. Der Abstand zur aktuellen Aufwärtstrendmarke bei 7.229 Punkten zum Hoch bei 7.517 Punkten beträgt 288 Punkte. Daher ist das Mittel als Aufwärtstrendmarke heranzuziehen. Das Mittel liegt bei 7.373 Punkten.
Wir steigen nach Überbieten des letzten Hochpunkts in den Markt ein. Der Stoppkurs ist 0,01 Punkte an den Tiefpunkt des 5. Kursbalkens bei 7.294,13 Punkte zu setzen.
Wir können 2.722,27 € setzen, beginnen jedoch konservativ mit 1.361,13 € und erhöhen bei Bestätigung. Der Trade gilt als bestätigt, wenn ein höherer Schlusskurs als 7.517,12 Punkte vorliegt und am Folgetag das Hoch des Kursbalkens überboten wird. Nach dem Überbieten erfolgt ein weiterer Einstieg mit 1.361,13 €.
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Grafik:

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Mit freundlichen Grüßen
Devin Sage
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