X-Sequentials Trading Marktüberblick Ende September 2026: Steigende Zinsen belasten Aktien, Gold und Kryptowährungen
Devin Sage X-Sequentials Trading

Die Anleihemärkte bestimmen derzeit das Geschehen an nahezu allen Märkten. Bund-Future und T-Bond-Future fallen auf mehrjährige Tiefstände, steigende Zinsen sind die Folge. Die Folgen zeigen sich bei Aktienindizes, Devisen, Rohstoffen und Kryptowährungen. Ein Überblick über die aktuelle Lage aus Sicht der X-Sequentials-Analyse.

Zinsmärkte: Anleihen im freien Fall

Der Bund-Future notierte 2020 noch bei knapp 180 Punkten, am 25. September 2026 lag er bei 119,42 Euro. Der 30-jährige US-Treasury-Bond-Future fiel im selben Zeitraum von über 180 auf 104,25 USD (Schlusskurs 24. September 2026).
GRAFIK 1a: Bund-Future

Bund-Future Tageschart seit 2018, fallende Kurse
Bund-Future (EUREX) im Tageschart seit 2018. Seit dem Hoch 2020 hat der Future rund ein Drittel an Wert verloren.

GRAFIK 1b: T-Bond-Future

30-Year US-Treasury-Bond-Future Tageschart seit 2018
30-jähriger US-Treasury-Bond-Future (CBOT) im Tageschart seit 2018. Auch hier fallen die Kurse seit 2020.

Fallende Anleihekurse bedeuten steigende Zinsen. Kurs und Rendite verhalten sich wie eine Schaukel: Zahlen neue Anleihen höhere Zinsen, verliert eine alte Anleihe mit niedrigem Zins an Wert. Bei 30 Jahren Laufzeit ist dieser Effekt besonders stark.

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen liegt über 5,4 % und damit so hoch wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen liegt bei rund 3,6 %, dem höchsten Stand seit etwa 15 Jahren. Anfang 2021 gab es hier noch negative Zinsen.
GRAFIK 2: Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen

Rendite 30-jährige US-Staatsanleihen steigt auf über 5,4 Prozent
Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen, das Spiegelbild des T-Bond-Futures. Sie stieg von rund 1,7 % Ende 2021 auf über 5,4%.

Vier Gründe für den Zinsanstieg:

  1. Inflation: Die Preise steigen stärker als erwünscht, unter anderem durch höhere Energiepreise.
  2. Notenbanken: Die EZB hat die Leitzinsen 2026 bereits zweimal angehoben, der Einlagenzins liegt bei 2,50 %. Auch die Fed hat mit Zinserhöhungen begonnen.
  3. Staatsschulden: Allein Deutschland will 2026 mehr als 500 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. Mehr Angebot drückt die Kurse.
  4. Risikoaufschlag: Anleger verlangen mehr Zins für sehr lange Laufzeiten.

X-Sequentials-Analyse: Der T-Bond-Future hat sich unterhalb einer Überschneidung des Kursverlaufs mit der Analysegeometrie etabliert, was zu einem Ausbruch in Abwärtsrichtung führte. Ein Tiefpunkt ist im Bereich von 103,25–101,25 USD zu erwarten. Wird die untere Begrenzung der Kurszielzone bei 100,30 USD unterboten, ist ein Tiefpunkt erst bei 95,10–91,30–88,10 USD zu erwarten.

Der Bund-Future hat die erste X-Sequentials-5XZ-Kurszielzone unterboten, ohne dort eine Trendwende auszubilden. Solange er auf Tagesschlusskursbasis unterhalb der laufenden Abwärtstrendmarke bei 121,40 Euro notiert, ist das Erreichen der zweifachen 5XZ-Kurszielzone bei 115–112,70–110,30 Euro zu erwarten. Spätestens ab 112,70 Euro ist nach einem Tiefpunkt Ausschau zu halten.

Entscheidend ist, warum die Anleihen später drehen: Lässt die Inflation nach, ist das positiv für fast alle Märkte. Flüchten Anleger dagegen wegen einer Krise in Staatsanleihen, fallen Aktien zunächst weiter.

Aktienindizes

Dow-Jones-Industrial-Index: Der DJIA fand mit 52.319,01 Punkten (22. September 2026) Widerstand an der X-Mittellinie des vorliegenden Kursmusters bei 52.145 Punkten. Der Schlusskurs am 23. September lag bei 51.511,59 Punkten. Bleibt dieser Widerstand bestehen, ist eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis 50.130–49.710–49.320 Punkte, gegebenenfalls bis 47.830–47.440–47.020 Punkte zu erwarten.

Nasdaq-100-Index: Der Nasdaq-100 schloss am 23. September bei 30.470,29 Punkten und notiert trotz einer 10-jährigen US-Rendite von über 5,2 % nahe seinem Rekordhoch. Getragen wird er vom KI-Boom bei den Tech-Schwergewichten, während Zinserhöhungen und hohe Ölpreise infolge des Iran-Konflikts zyklische Werte belasten. Diese Divergenz zwischen Zinsen und Aktienbewertungen ist nicht dauerhaft tragfähig. 2022 zeigte, was passieren kann: Die Rendite stieg stark, der Nasdaq-100 verlor rund ein Drittel.
GRAFIK 3: Nasdaq-100 und 10-jährige US-Rendite

Nasdaq-100 im Vergleich zur Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen
Nasdaq-100 (schwarz/rot) und Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen (blau). 2022 schoss die Rendite nach oben und der Nasdaq-100 verlor rund ein Drittel.

DAX-Index: Der DAX notierte am 24. September bei 25.338,24 Punkten. Die letzten Gegenbewegungen fanden Widerstand an einer X-Sequentials-Abwärtstrendmarke bei 25.702 Punkten. Solange kein Trendwechsel durch Überbieten von 25.613 Punkten vorliegt (wobei anschließend 25.393 Punkte nicht unterboten werden dürfen), ist eine Abwärtsbewegung bis zur X-Mittellinie des X-Sequentials-X5-Kursmusters bei 25.000–24.860 Punkten zu erwarten. Findet der DAX anschließend unterhalb dieser Mittellinie Widerstand, ist eine größere Abwärtsbewegung zu erwarten.
GRAFIK 4: DAX-Index

DAX-Index 3-Stunden-Chart mit X-Sequentials-Analyse
DAX-Index im 3-Stunden-Chart mit X-Sequentials-Abwärtstrendmarke und X-Mittellinie.

Euro-Stoxx-50-Index: Mit dem Tiefpunkt bei 6.194,18 Punkten am 15. September wurde eine Mindestkorrektur abgeschlossen. Das nächste Korrekturziel liegt bei 5.790 Punkten, sofern die Abwärtszielzone bei 6.140–6.105 Punkten unterboten wird. Aktuelle Notierung: 6.287,74 Punkte.

CAC-40-Index: Nach dem Hochpunkt bei 8.755,03 Punkten am 7. August wurde die X-Mittellinie bei 8.220 Punkten unterboten. Gegenbewegungen fanden dort Widerstand. Nächstes Kursziel ist die Marke von 7.940 Punkten. Aktuelle Notierung: 8.094,66 Punkte.

Devisen (Forex)

US-Dollar-Index: Wie erwartet stieg der Index bis zur X-Mittellinie bei 100,941 Punkten und überbot sie kurz (Hoch 101,398, Schluss 101,034 Punkte). Vorerst ist mit einer Fortsetzung der Handelsspanne zu rechnen. Die nächste Kurszielzone liegt bei 101,760–102,000 Punkten. Erst wenn das Hoch der Handelsspanne bei 101,800 Punkten überboten wird und der Index anschließend in dieser Zone Unterstützung findet, ist ein Anstieg in Richtung 103 Punkte zu erwarten. Unterstützung liegt bei 100,000–100,160 und 99,200 Punkten.

USD/SEK: Die im März veröffentlichte Long-Position ab 9,40 SEK liegt beim Wochenschlusskurs von 9,91450 SEK mit 5.145 Pips bzw. rund 5,5 % im Gewinn. Der Stopp wurde über den Einstiegskurs nachgezogen, das Kursziel bei 10,72 SEK bleibt bestehen.

USD/JPY: Das Kursziel bei 157,84 JPY wurde erreicht, mit dem Handelssignal wurden 322,2 Pips gewonnen. Das Hoch lag bei 159,040 JPY, der Wochenschlusskurs bei 157,185 JPY.

USD/CHF: Der USD/CHF überbot den Hochpunkt bei 0,82070 CHF direkt, ohne zuvor ein tieferes Hoch auszubilden. Das bedingte Handelssignal wurde daher nicht ausgelöst. Wochenschlusskurs: 0,82795 CHF. Es gilt die Kursprognose eines Anstiegs bis 0,87610–0,89095 CHF.

EUR/USD: Der EUR/USD verbleibt unterhalb der X-Mittellinie des vorliegenden Kursmusters und schloss bei 1,13889 USD. In Erwartung eines stärkeren US-Dollar gilt die Kursprognose eines Rückgangs bis 1,09 USD.

Rohstoffe

CRB-Index: Der CRB-Index stieg auf Schlusskursbasis bis zum 15. September auf 429,12 USD und realisierte damit die Hälfte eines X-Sequentials-Aufwärtsziels aus dem Jahr 2022. Wochenschlusskurs: 418,54 USD. Arbeitshypothese ist eine Top-Bildung mit Unterstützung bei 390 USD und 378–370 USD. Setzt sich der Aufwärtstrend fort, wäre ein Anstieg bis 500–525 USD möglich. Dafür darf die Marke von 400 USD auf Schlusskursbasis nicht unterschritten werden.

Zur Einordnung: Der CRB-Index misst seit 1957 die Preisentwicklung von heute 19 Rohstoff-Futures aus Energie, Metallen, Agrarrohstoffen und Vieh. Energie hat den größten Anteil. Ein steigender CRB signalisiert in der Regel Inflationsdruck und läuft häufig invers zum US-Dollar.

Erdöl (Light Crude Oil): Nach einem Anstieg auf 106,75 USD fiel das Erdöl unter den Ausbruchspunkt bei 93,50 USD auf 88,67 USD zurück. Wochenschlusskurs: 92,41 USD. Die weitere Richtung entscheidet sich am Hoch vom 21. September bei 97,22 USD und am Tief vom 22. September bei 88,67 USD. Die Kursziele liegen bei 110 USD aufwärts bzw. 76,70 USD abwärts.

Benzin (RBOB Gasoline Future): Nach einem Hochpunkt bei 3,4698 USD am 11. September schloss Benzin die Woche bei 3,1875 USD.

Erdgas (Natural Gas): Die Long-Position ab 2,969 USD erreichte das Kursziel bei 3,190 USD, es wurden 221 Ticks gewonnen. Wochenschlusskurs: 3,196 USD. Da der Kurs an einen Überschneidungspunkt zurücklief, ist zunächst eine Seitwärtsbewegung zu erwarten. Etabliert sich Erdgas oberhalb der Überschneidung bei 3,185–3,250 USD, ist ein Anstieg bis 4,00 USD zu erwarten, darunter ein Rückgang bis 2,30–2,20 USD.

Heizöl (Heating Oil): Die Prognose aus Ende Juli ist aufgegangen: Nach einer Korrektur bis 3,6725 USD am 4. August stieg Heizöl bis zum 16. September auf 5,2956 USD. Wochenschlusskurs: 4,6847 USD. Solange der Kurs über 4,45 USD notiert, ist der Aufwärtstrend intakt, ein Anstieg bis 5,630 USD ist möglich.
GRAFIK 5: Heizöl

Heizöl Tageschart mit X-Sequentials-Analyse
Heating Oil (Heizöl) im Tageschart. Die Prognose aus Ende Juli ist aufgegangen

Gold: Wie erwartet bildete Gold um den 24. August einen Hochpunkt aus (4.755 USD am 25. August). Anschließend folgte der prognostizierte Rückgang bis zur Überschneidung bei 4.378,0–4.415 USD mit Seitwärtsverlauf. Dieser scheint unterhalb der Überschneidung stattzufinden, was eine Abwärtsbewegung bis 3.750–3.650 USD erwarten lässt. Zusätzlich belasten die steigenden Zinsen, da Gold keine Zinsen abwirft.
GRAFIK 6: Gold

Gold Tageschart mit X-Sequentials-Überschneidung
Gold im Tageschart. Blau markiert ist die Überschneidung bei 4.378,0–4.415 USD.

Silber: Silber schloss bei 64,800 USD. Der Anstieg reichte nur bis 72,050 USD statt bis zur X-Mittellinie bei 79,990 USD. Damit wurde lediglich der Mindestanstieg erfüllt, was in aller Regel eine Abwärtsbewegung erwarten lässt.

Kryptowährungen

Bitcoin (BTC/USD): Der Bitcoin notiert am 27. September bei 84.491,97 USD. Es besteht eine Long-Position seit 85.899,03 USD mit Kursziel bei 125.000 USD. Ungefähr auf den 15. Oktober 2026 fällt ein Zeitziel. Korrigiert der Bitcoin bis dahin, ist eine Aufstockung der Position vorgesehen.
GRAFIK 7: Bitcoin

Bitcoin Tageschart mit X-Sequentials-Zeitziel
Bitcoin/US-Dollar im Tageschart mit Zeitziel um den 15. Oktober 2026.

Ethereum (ETH/USD): Ethereum notiert bei 2.690,96 USD. Die Long-Position besteht seit 2.748,17 USD mit Kursziel bei 4.955 USD. Hier fällt ungefähr auf den 11. Oktober 2026 ein Zeitziel, bei einer Korrektur bis dahin ist ebenfalls eine Aufstockung vorgesehen.

Kurzfristig bleibt das Umfeld durch die hohen Zinsen schwierig: Bringt eine sichere Staatsanleihe über 5 %, fließt weniger Kapital in Bitcoin und Co.

Fazit

Die fallenden Kurse von T-Bond- und Bund-Future sind kein Randthema für Anleihe-Spezialisten. Geld hat wieder einen Preis, und dieser Preis wirkt auf alle Märkte. Der wichtigste Punkt ist, wann die Anleihe-Futures einen Tiefpunkt ausbilden. Wie X-Sequentials-Kursmuster, X-Mittellinien und Kurszielzonen in der Praxis eingesetzt werden, zeigen die Analysen im Blog auf https://www.technical-trading-profits.com/. Die vollständigen Handelssignale mit Einstiegskursen, Stoppkursen und Positionsgrößen erhalten Abonnenten jede Woche im X-Sequentials Trading Börsenbrief. Bis dahin sprechen die X-Sequentials-Kursmuster bei den europäischen und US-Aktienindizes, Gold, Silber und EUR/USD für tiefere Kurse, beim US-Dollar für Stärke.

Die vollständigen Handelssignale mit Einstiegskursen, Stoppkursen und Positionsgrößen erhalten Abonnenten im X-Sequentials Trading Börsenbrief auf www.Technical-Trading-Profits.com.

Mit freundlichen Grüßen
Devin Sage
www.Technical-Trading-Profits.com